Mobilität

Waiblingen hat ein Verkehrsproblem. Zu viel, zu laut, zu schmutzig. Allein 21 Haushaltsanträge haben sich jüngst mit diesem Thema beschäftigt. Mobilität ist aber mehr als Autofahren.

Gute Verkehrsplanung hat die Bedürfnisse aller VerkehrsteilnehmerInnen im Blick. Waiblingen braucht eine Mobilität von morgen. Wollen wir weiter eine Autostadt bleiben oder stärker Fußgänger und Radler in den Fokus nehmen – und ebenso die Bewohnerinnen und Bewohner, die unter zu wenig Verkehrs-„Führung“ und zu viel „Freier Fahrt“ quer durch die Stadt leiden.

Wir glauben nicht, dass mit der Förderung von E-Mobilität und der Verbesserung des ÖPNV alle Möglichkeiten ausgeschöpft sind, die ALi hat deshalb eine Mobilitätsklausur beantragt. Der Gemeinderat soll zusammen mit Fachleuten über ganz neue Konzepte nachdenken. Vorgaben der ALi: kein Nord-Ost-Ring, aber zum Beispiel eine Stadtbahn-Anbindung an Fellbach und Ludwigsburg.

Innerstädtisch, in den Einkaufsstraßen und Wohngebieten, muss der Fokus auf der „Aufenthaltsqualität“ liegen und somit auf dem Verkehr zu Fuß. Es könnten weit mehr Fußgängerzonen, Spiel- und Anliegerstraßen eingerichtet werden. Parkplätze gehören an den Rand von Wohngebieten. Der überhand nehmende Durchfahrtsverkehr muss unterbunden werden, ebenso der penetrante Parkplatzsuch- und Schleichverkehr. Kurze Verbindungsstrecken kann man für Radler attraktiver gestalten, zum Beispiel mit vorrangiger Behandlung an Kreuzungen oder komfortableren Abstellmöglichkeiten an den Schnittpunkten zum ÖPNV. Und mit Fahrradverleihstationen, zum Beispiel am Postplatz, in Waiblingen Süd oder auf der Korber Höhe. Darüber hinaus muss Carsharing besser beworben werden und in den Teilorten verfügbar sein. Die Mobilitätszentrale ist stark ausbaufähig.

Weitere ALi-Idee: Eine „Brötchentaste für alle“, sprich ein kostenloses Cityticket für Busfahrten im Stadtverkehr. Wir brauchen Buslinien, die die Ortschaften direkt miteinander verbinden (Hohenacker-Neustadt-Hegnach bzw. Beinstein-Korber Höhe). Unsere Vision ist im Übrigen der „Shared Space“, vielerorts auf der Welt schon erfolgreich praktiziert – die verkehrsberuhigende und nervenschonende Gleichberechtigung aller Verkehrsteilnehmer. Momentan ist unsere Straßenraum viel zu oft zum „Kriegsgebiet“ verkommen.

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