Woher wir kommen

Die ALi ist die Fortsetzung der „So-nicht-Sanierer“ mit anderen Mitteln.

Die „So-nicht-Sanierer“ entstanden Ende der 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts:

Die Bürgerinitiative wurde von Jugendlichen und jungen Erwachsen getragen, die ihre ersten kommunalpolitischen Erfahrungen in der Jugendzentrumsbewegung gemacht hatten. Zu dieser Zeit wollte die Mehrheit im Stadtrat die städtebaulichen Planungen aus den 60er Jahren durchsetzen. Eine Altstadt-Tangente sollte die historische Altstadt autogerechter machen:

Der erste Teil dieser Tangente wurde für die Erschließung des geplanten „Einkaufsmagneten“, die heutige Marktgasse, benötigt. Mit dem zweiten Bauabschnitt sollte mittels einer neuen Remsbrücke die Altstadt umfahren und mit der Neustädter Straße verbunden werden (damals wurden die Straßen der Altstadt noch vom Durchgangsverkehr genutzt). Damaliger Artikel als PDF ...

Die Zerstörung der Altstadt begann mit dem Bau der Querspange und dem Bau des Marktdreiecks. Zahlreiche Fachwerkhäuser fielen diesen Betonbauten zum Opfer. Die Marktgasse und zu ihrer Erschließung die Altstadttangente sollten folgen. Gegen diese Bauvorhaben richteten sich die Aktivitäten der Bürgerinitiative der „So-nicht-Sanierer“:

Die Altstadt sollte gerettet und billiger Wohnraum erhalten werden.

Als dem ersten Teil der Altstadttangente 25 Häuser der oberen Weingärtner Vorstadt zum Opfer fielen, und mit dem Abriss der alten Ölmühle in der Langen Straße dem Durchgangsverkehr ein Tor geöffnet wurde, wuchs auch die Unterstützung aus der Bevölkerung:

Die Bürgerinitiative beschloss für einen Bürgerentscheid gegen den Bau der Markgasse Unterschriften zu sammeln. Damals waren dazu 3000 Unterstützerunterschriften von wahlberechtigten Waiblinger erforderlich. In weniger als 4 Wochen wurde diese Zahl erreicht und der Antrag auf den Bürgerentscheid eingereicht:

Der Gemeinderat lehnte diesen Antrag ab und die So-nicht-Sanierer klagten beim Verwaltungsgericht in Stuttgart dagegen. Die Klage scheiterte an der Behauptung der Stadtverwaltung, dass der Bau der Marktgasse ein rein privates Bauvorhaben sei und deshalb für einen Bürgerentscheid keine Grundlage existiere. Dass aber die Finanzierung und der Betrieb der Tiefgarage von einer GmbH der Stadt erfolgen sollte, wurde dem Gericht wohlweislich verschwiegen. Als Konsequenz daraus erwuchs die Erkenntnis, in die reale Gemeinderatspolitik einzugreifen!

Eine Sammlungsbewegung von Grünen und Linken bereitete die Teilnahme an den nächsten Kommunalwahlen vor. Der Name der Liste lautete „Alternative Liste Waiblingen“ (ALi).

Trotz der großen Hürden, die die „unechte Teilortswahl“ stellte, erreichte die ALi Fraktionsstärke. In den Anfangsjahren wurde die ALi massiv bekämpft – zum einen, um die „gestohlenen Stimmen“ (SPD Rat Dr. Lange) zurück zu holen und zum anderen wegen Forderungen, die zu dieser Zeit völlig utopisch erschienen: eine Fußgängerzone und Tempo 30 in der Altstadt, Photovoltaikanlagen auf städtischen Gebäuden, ein Ort für alternative Kleinkunst, mehr sozialer Wohnungsbau, verbesserter ÖPNV, Einrichten eines Umweltbeauftragten und die Schaffung der Stelle einer Frauenbeauftragten im Rathaus:

Die Marktgasse wurde gebaut – doch die geplante Altstadttangente wurde glücklicherweise nicht vollständig umgesetzt. Heute wirbt die Stadt Waiblingen mit dem Slogan „Junge Stadt in alten Mauern“!

Vieles haben wir erreicht. Vieles müssen wir noch erkämpfen. Unser Motto bleibt: Nicht das Machbare, sondern das Denkbare fordern!